Bratislava, die altehrwürdige slowakische Hauptstadt an der Donau, war Austragungsort der diesjährigen Europameisterschaften in Aquathlon. Es mussten 1000m Schwimmen im See bei 18° Wassertemperatur und 5 km Laufen absolviert werden.
Über 400 Top-Athleten aus ganz Europa waren angereist und kämpften um Titel und Medaillen.
Der Lokalmatador Richard Varga war der unumstrittene Star der Veranstaltung. Der mehrfache Weltmeister dominierte die Elite Kategorie und gewann unter dem frenetischen Beifall der mehreren tausend Zuschauer die Goldmedaille.
Nicht weniger spannend ging es bei den Age Groupers zu.
Herbert Lange vom SV Stahl Hennigsdorf startete in der AK 70 und konnte den Titel „Vize-Europameister“ erkämpfen.
Der letztjährige Europameistertitel über die Mitteldistanz im Triathlon vor 8 Monaten in Österreich reichte dem Oranienburger zur Qualifizierung, und wurde so von der Deutschen Triathlon Union (DTU) für diese kontinentalen Meisterschaften in die Nationalmannschaft berufen.
Der 71 Jährige, einziger Brandenburger Teilnehmer, hatte sich im Vorfeld eine Medaille erhofft. Dass es dann bei seinem ersten Aquathlon gleich der Vize-Europameistertitel wurde, freute Lange riesig.
Favorisiert waren in der AK 70 die beiden Engländer Michael Smallwood und Douglas Wood.
Smallwood war eigentlich unschlagbar. Er gewann alle Welt- und Europameisterschaften der letzten Jahre souverän. Dem Weltmeister Paroli bieten war das erklärte Ziel von Lange.
Lange erklärte seine Taktik: „Ich wollte mich beim Schwimmen zurückhalten, mit ihm aus dem Wasser kommen und dann beim Laufen erst mal an seinen Fersen bleiben.“
Diese Taktik ging nicht ganz auf. Smallwood und Lange kamen gleichzeitig aus dem Wasser. Dann hatte Lange Schwierigkeiten beim Schließen des Nummerngürtels. Er musste Smallwood ziehen lassen und nahm mit 12 Sekunden Rückstand die Verfolgung auf. „Schade, dass ich mich nicht direkt an den Weltmeister dranhängen konnte. Nur so hätte ich eine Chance gegen den Superläufer gehabt.“, resümierte Lange. Nach kurzem erfolglosem Versuch von Lange, die Lücke zu schließen, nahm Lange einen Gang raus und sicherte nur noch mit 1:53 Minuten den Rückstand bis ins Ziel für den 2. Platz vor dem zweiten Engländer, Douglas Wood.
Der Sieger Smallwood fand im Ziel anerkennende Worte für Lange: “Du bist super geschwommen. Musste mich seit langem mal wieder mit einem richtigen Gegner messen. Ich habe bis zuletzt richtig gekämpft. Es war ein spannender Wettkampf. Ich war nie sicher, ob du nicht doch noch aufkommst.“

Douglas Wood, der in den letzten Jahren meist den Doppelsieg der Engländer vervollständigte, war als Dritter weit abgeschlagen und kam dann mit 6 Minuten hinter Lange ins Ziel, immerhin weit vor dem slowakischen Lokalmatador Jaroslav Sopuch.
Auf Smallwood trifft Lange in 4 Wochen erneut bei den Europameisterschaften im Sprint-Triathlon in Düsseldorf. Auch hier ist der Engländer Michael Smallwood der Favorit. Aber er ist jetzt gewarnt.
Auch Herbert Lange ist schon von der DTU für Düsseldorf nominiert. Es wird bestimmt wieder ein spannender Wettkampf zwischen den beiden und natürlich auch mit den 45 bisher gemeldeten Teilnehmern. Lange: „ Da hab ich die Möglichkeit, dem Engländer Revanche zu bieten.
Bei der Heim-EM bin ich besonders motiviert und werde bis dahin noch viel trainieren.“

 

 

 

 

 

 

Herbert Lange nach dem Schwimmen bei Europameisterschaften im Aquathlon

 

 

 

 

 

 

 

Siegerehrung Europameisterschaften in Aquathlon AK70, Herbert Lange (links)