Staubige Luft, laktatgeschwängerte Beine, zusammengepresste Zähne und eine unglaublich schmerzende Brust. Wir sind, oder besser waren beim Cross-Duathlon in Rauen, genauer gesagt bei Kilometer 1 der letzten Disziplin.

Mir schmerzt die Brust. Die Beine gehorchen einem nicht mehr wirklich und so langsam aber sicher fühlt es sich nicht mehr „normal“ an. Aber was ist schon normal? Ich vergleiche diesen Zustand, in dem ich mich befinde gerne mit dem Stottern eines Motors. Es ruckelt schon eine ganze Weile, Warnhinweise werden gekonnt ignoriert und komische Geräusche scheinen nicht sooo schlimm bis zu dem Zustand, wo Rauch unter der Haube zu sehen ist und man nur noch auf einem Zylinder fährt. Da ist’s nur schon zu spät, so auch bei besagtem Kilometer 1 von 3 auf der abschließenden Laufstrecke. Der Körper fordert seinen Tribut von dem fast durchgehend 175er schlagenden Puls. Die erste Laufstrecke führte uns 6,5km durch den Rauener Forst. Der hatte es mit kleinen giftigen Anstiegen auch ordentlich in sich. Aber meine gute Laufform und ein geringes Wettkampfgewicht schienen mir einen leichteren Start in den Wettkampf zu bescheren. Ich konnte mich umgehend in die Top 10 einordnen und verlor keinen weiteren Platz an meine Mitstreiter. Im Gegenteil, direkt am Berg bin ich besser zurechtgekommen und konnte entscheidende Meter gut machen und noch drei weitere Läufer einsammeln.

Soweit, so gut. Der Wechsel auf mein geliebtes Mountainbike ging reibungslos vonstatten und lies mich von MEHR hoffen. Nummer 6 habe ich mir gleich noch in der ersten Bergaufpassage geschnappt. Nur, da wir die dreifache Laufrunde zurücklegen mussten, war der Weg noch weit.

Jeder Berg, jede Sandstelle und jede Kurve wurde härter und schmerzhafter. Jede Runde wurde langsamer und qualvoller. Am Ende der Bikesession hatte ich drei Plätze verloren und fand mich auf Rang 9 wieder. Ernüchterung machte sich breit, brutal aus den Träumen gerissen L und dann begann die Qual. Irgendwie habe ich es dann geschafft, den Wettkampf zu beenden und kann am Ende heilfroh sein, dass niemand von hinten heranlaufen konnte. Den letzten Kilometer wurde ich durch das ständige Motivieren und Begleiten von Pia (die Tochter eines Vereinskollegen) ins Ziel getragen.

Platz 2 in der AK35 und Platz 1 in der Landesmeisterschaft waren der Lohn der intensiven Vorbereitung. Auch die Teamleistung von meinem Verein Stahl Hennigsdorf lässt sich sehen. Vier erste Plätze in den Altersklassen spiegelten die starke Teamleistung wieder.

Der obligatorische Hormonausstoß ließ den Schmerz schnell verklingen J

Habe eh gehört, dass Siege zur schnelleren Regeneration beitragen sollen. Von daher müsste ich ja am nächsten Tag hopsen können wie ein Junges Reh J

Das Gegenteil war der Fall. Ich hatte zwei Tage Probleme, mich schmerzfrei zu bewegen, aber wenigstens sind das Schmerzen, die ich gerne mitnehme. Sie zeigen, dass man alles aus sich heraus geholt hat und ans absolute Limit gegangen ist, vermutlich sogar darüber hinaus. Aber darum geht es in Wettkämpfen nun mal: Andere und vor allem sich selbst besiegen. Seine eigenen Ziele zu erreichen und die Grenzen zu verschieben.

Deshalb schreibe ich besser spät als nie das Motto des Monats April aus: Verschiebt eure Grenzen!

Denn nur diejenigen werden einen Leistungssprung schaffen. Geht im Training neue Wege und arbeitet akribisch an eurer Form! Ihr werdet sehen. Der Erfolg stellt sich schneller ein als man denkt.

Für mich stehen nun erstmal größere Umfänge in Sachen Fahrrad an. Mitte Mai ist Wettkampf Nummer zwei dran. Und 19km Laufen plus anschließende 85km Biken machen sich sicherlich nicht von alleine. Das Tempo MUSS dann auch ein anderes sein als beim Cross-Wettkampf, vor allem, da es sich um einen Mitteldistanz-Wettkampf handelt. So viel Glück wie bei diesem Duathlon werde ich sicherlich nicht noch einmal haben. Aber, wir werden sehen und ich werde berichten.

Sportlichste Grüße,

Steve