Die ITU – Weltmeisterschaften wurden zum 2. Mal als Multisportveranstaltung ausgetragen.
Dieses Jahr in Dänemark. Es gab für die über 3000 Sportler Titel in fünf Disziplinen zu erkämpfen.

Herbert Lange, SV Stahl Hennigsdorf, hatte sich für Aquathlon und die Triathlon Langdistanz qualifiziert und wurde von der DTU gemeldet.

 

Aquathlon:

Die Aquathlon Weltmeisterschaften werden seit Jahren von den US-Amerikanern dominiert. Auch bei diesen Weltmeisterschaften gingen in der AK 70 gleich drei US-Oldies mit der Gewissheit an den Start, die Medaillen unter sich auskämpfen zu können. Sie hatten diese Rechnung aber ohne den 72-jährigen Oranienburger Herbert Lange gemacht. Sein Ziel war es, in die Phalanx der starken Amerikaner einzubrechen und eventuell eine Medaille zu ergattern. Dass er dann aber gleich bei seinem ersten Start bei einer WM im Aquathlon die Favoriten hinter sich lassen und den Weltmeistertitel erringen konnte, überraschte ihn selber. Die Amerikaner beäugten sich beim Start gegenseitig, um ihre Siegchancen auszuloten. Lange und alle anderen Teilnehmer wurden nicht beachtet. Dies motivierte den Sportler des SV Stahl, seine Bestleistung abzurufen. Er wollte sich nicht schon vorher geschlagen geben, und legte sofort ein hohes Tempo vor. Auf den 1.000 Metern in der 16,7 Grad kalten und vor allem sehr welligen Ostsee erschwamm sich Herbert Lange gleich einen ordentlichen Vorsprung vor den favorisierten Amerikanern und allen anderen. Lange war der einzige Schwimmer ohne Neoprenanzug. Warum? „Weil ich sonst keine Luft bekomme.“
Und die brauchte Herbert Lange beim anschließenden 5-Kilometer-Lauf. Er hatte seine Gegner immer im Blick und konnte sie auf Abstand halten. „Ich war froh, dass ich mit meinen Kräften haushalten konnte. Ich konnte mich so schonen und auf Sieg laufen, da ich ja zwei Tage später den Triathlon auf der Langdistanz angehen wollte.

 

Triathlon Langdistanz (3km/122km/31km):

So ging es für Herbert Lange nur mit einem Tag Pause mit dem Triathlon (Langdistanz) in Odense weiter. Auch hier hatte sich der Athlet des SV Stahl Hennigsdorf als einziger deutscher Starter qualifiziert. Nach den drei Kilometern Schwimmen im Salzwasser stieg Lange mit 16 Minuten Vorsprung vor dem späteren Sieger auf das Fahrrad. Mit diesem mussten 122 Kilometer in einem Rundkurs bewältigt werden. Größter Gegner war der starke Wind, „der gefühlt immer von vorne kam“. Der Stahl-Sportler erreichte dabei eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 31,2 Kilometer pro Stunde.
Bis zu diesem Zeitpunkt lief für den Stahl-Sportler nahezu alles glatt. Dann aber kamen die 31 Kilometer Laufen. Gleich zu Beginn hatte Lange mit Krämpfen zu kämpfen. „Da hatte ich alle Medaillenhoffnungen aufgegeben. Ich wollte nur ankommen und nicht aufgeben. Also lief ich verhalten weiter und machte sogar Gehpausen, nur um keine weiteren Krämpfe zu riskieren.“
Herbert Lange erreichte nach 8:35 Stunden das Ziel. An eine Medaille hatte er wegen der starken Konkurrenz nicht mehr gedacht. Umso überraschter war er dann, als er erfuhr, dass er sogar Zweiter geworden war, und das mit lediglich vier Minuten Rückstand auf den Spitzenreiter. „Schade, dass ich die Gegner nicht sehen konnte, sonst hätte ich schon noch einiges zulegen können“, resümierte er.
Lange ist schon im dritten Jahr in der AK 70. Der Sieger, der Schweizer Heinz Wolf, ist dieses Jahr neu in diese AK gekommen. Lange kommentiert: „ Ich werde von Jahr zu Jahr langsamer. Das war das erste Mal und wahrscheinlich auch das letzte Mal, dass ich eine solche Strecke in Angriff genommen habe. Bisschen stolz bin ich schon, dass ich diese strapaziöse Strecke ohne große Probleme gemeistert habe und mir sogar den Titel ´Vizeweltmeister´ redlich verdient habe.“