Herbert Lange und Reinhardt Engert gewinnen Gold und Bronze

Coronabedingt wurden die Deutschen Meisterschaften im Cross-Triathlon mit einem Jahr Verspätung in Schalkenmehren ausgetragen. Des kleine Urlauberdorf liegt inmitten der Vulkaneifel auf 700 m Meereshöhe. Die gesamte Region ist vom Vulkanismus geprägt mit den typischen glasklaren Seen, den Eifelmaaren. Die Vulkaneifel ist heute noch aktiv, was an den austretenden vulkanischen Gasen aus den Seen zu sehen ist. Die Mountainbike- und Laufstrecken zogen sich an den Kraterrändern der Maare entlang und waren von daher äußerst spektakulär und anspruchsvoll. Hunderte von Zuschauern konnten nach der Wechselzone die Aktiven beobachten und anfeuern. Die gesamte Spitzenklasse aus ganz Deutschland in der Elite und den Altersklassen mit internationaler Beteiligung stellten sich dieser ungewöhnlichen Herausforderung. Neben der Deutschen Meisterschaft wurde noch die Meisterschaft von Rheinland Pfalz ausgefochten und es war gleichzeitig der erste Lauf der X- Terra German Tour. Dafür zählte aber nur die lange Vulkan-Distanz. Ab Altersklasse 65 wurde auf der verkürzten Sprint Distanz um die Medaillen gekämpft.

Reinhardt Engert, AK M 70  und Herbert Lange, AK M 75 vom SV Stahl Hennigsdorf stellte sich diesen hohen Anforderungen. Die Wassertemperatur imVulkansee lag knapp unter der magischen 21,9 Grad Celsius Grenze, sodaß mit Neoprenanzug geschwommen werden konnte. Lange, dessen absolute Stärke im Schwimmen liegt, kam schon weit vorne nach 16:01 min auf der 750 m langen Strecke aus dem Wasser.

Herbert Lange nach dem Schwimmen

Für mich blieb die Uhr bei 25:15 min stehen. Vor mir waren aber mit Peter Grünebach aus Polling vom Team Erdinger Alkoholfrei und Manfred Zorbier vom Tri- Team Bad Salgau die derzeit stärksten Athlen schon lange auf dem Rad unterwegs. Grünebach, amtierender Weltmeister im Winter Triathlon und Zorbier, Deutscher Meister 2018 auf der Lang-Distanz legten hier sofort mit hohem Tempo los. Ich verlor damals als Zweiter 26:15 min auf Zorbier. Von daher galt es jetzt, Platz 3 nach hinten abzusichern. Da die Strecke neu war und es vorher auch keine Möglichkeit gab, die 8 km lange Runde abzufahren, waren Fahrfehler vorprogrammiert. Ausgewaschene Trails mit tief eingeschürften Regenrinnen und schotterartigen Wegen von herausragenden Wurzeln durchsetzt, machten die sehr bergige Strecke zum Balanceakt. Manche Anstiege waren so steil , daß das Rad geschoben oder getragen werden mußte. Aber auch runterwärts war es nicht weniger schwierig, da die Räder beim Bremsen auf dem aufgewühltem Untergrund immer wieder wegrutschten. An der wohl steilsten Stelle sah ich in der 1. Runde, daß Herbert am Rand stand. Der war gestürzt, hatte aber nur leichte Blessuren und konnte weiterfahren und ging nach einer Radzeit von 1:51 Stunden auf die Laufstrecke.  Erst in der 2. Rad-Runde lief es für mich besser, da die schwierigen Stellen bekannt waren. Die Radzeit lag bei 1:24:04 Stunden. Grünebach hatte jedoch nochmals 2:57 Minuten rausgefahren, aber auf  Zorbier waren es nur 17 Sekunden.

Herbert Lange (links)
Reinhardt Engert

Die 6 km Laufstrecke zu je 2 Runden war für alle nur mit höchster Kraftanstrengung zu bewältigen. Denn die begann gleich nach dem Radwechsel mit einem Steilanstieg wieder nach oben. Die ohnehin schon müden Beine kamen hier ganz schwer in den Laufrhythmus. Ich konnte hier meine Stärken im Laufen ausspielen und machte mit der zweitbesten Laufzeit 6:01 min auf Zorbier gut. Aber Grünebach war nochmal 59 Sekunden schneller. So bleib es am Ende bei Platz 3 und der Bronzemedaille in 2:27:13 Stunden, denn im Ziel gab es noch eine Strafzeit für mich, weil ich meinen Rucksack im Wechselraum mit den Umziehsachen hatte stehen lassen. Herbert Lange wurde indessen Deutscher Meister in der Zeit von 3:07:05 Stunden.

Reinhardt Engert
Herbert Lange, Deutscher Meister Crosstriathlon AK 75 2021